Bayerische Geschichte
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Edition des Briefwechsels zwischen König Ludwig I. von Bayern und Johann Martin von Wagner

Zur Quelle

Der Briefwechsel zwischen König Ludwig I. und Johann Martin von Wagner umfasst rund 1.470 eigenhändige Schreiben. Er stellt eine herausragende Quelle für die Geschichte der Antikenrezeption und den Wandel der künstlerischen Tendenzen von Idealismus und Klassizismus hin zu Romantik und Historismus dar. Darüber hinaus erschließt er die Sammlungstätigkeit Ludwigs I. in ihrer gesamten Breite und verdeutlicht in besonderer Weise auch die kunstpolitischen Motive des Monarchen.

Rom, das kulturelle Zentrum Europas, steht im Mittelpunkt der Korrespondenz. Doch auch die Entstehung der Münchner Glyptothek sowie die Stellung Bayerns in der europäischen Kunstszene in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts werden aus der Perspektive der beiden Akteure gespiegelt. Schließlich dokumentiert der Briefwechsel eine Vielzahl von Kunstobjekten, über die in Rom verhandelt wurde. Er stellt daher gerade auch für die Provenienzforschung eine wichtige Quelle dar.

Zur Person Wagners

Johann Martin von Wagner (1777–1858) war der Sohn des Würzburger fürstbischöflichen Hofbildhauers Johann Peter Wagner und schlug zunächst eine Laufbahn als Maler ein. Nach Studienjahren in Wien und Paris sowie vielversprechenden ersten Arbeiten – 1803 gewann er einen von den Weimarer Kunstfreunden ausgelobten Wettbewerb – erhielt er 1804 eine Professur für Höhere Zeichenkunst an der Universität Würzburg. Auf dieser Position erhielt Wagner die Möglichkeit, sich mehrere Jahre in Rom fortzubilden. Nur kurz kehrte er 1808 nach Würzburg zurück, um 1810 endgültig in Rom Wohnung zu nehmen.

Als Kunstagent des Kronprinzen und späteren Königs Ludwig I. von Bayern kaufte er über Jahrzehnte hinweg Kunstobjekte an – Antiken, Werke alter Meister und zeitgenössischer Maler und Bildhauer. Zu seinen Erwerbungen zählten beispielsweise Hauptwerke der Münchner Glyptothek wie die Giebelskulpturen des Aphaiatempels von Aigina und die Statue des Barberinischen Faun. Darüber hinaus betreute er die aus Bayern stammenden Künstler in Rom und wirkte an großen Bauprojekten Ludwigs I. mit: Glyptothek und Siegestor in München, Walhalla in Donaustauf.

Die Briefe Wagners werden im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, Abteilung III, Geheimes Hausarchiv, in München aufbewahrt, diejenigen Ludwigs I. im Martin‐von‐Wagner‐Museum in Würzburg.

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E-Mail: wagnerbriefwechsel@lrz.uni-muenchen.de

Weiterführende Literatur

  • Wünsche, Raimund, Ludwigs Skulpturenerwerbungen für die Glyptothek, in: Vierneisel, Klaus / Leinz, Gottlieb (Hg.), Glyptothek München 1839-1980, München 1980.
  • Kummer, Stefan / Sinn, Ulrich, Johann Martin von Wagner. Künstler, Sammler und Mäzen, Würzburg 2007.
  • Morét, Stefan, Römische Barockzeichnungen im Martin‐von‐Wagner‐Museum der Universität Würzburg, 2012.
  • Putz, Hannelore, Für Königtum und Kunst. Die Kunstförderung König Ludwigs I. von Bayern, München 2013.

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